SD Karten für den Raspberry Pi

Als kostengünstiges Speichermedium sind beim Raspberry Pi SD-Karten vorgesehen, wofür der Pi einen Einschub besitzt. Viele haben eine solche Karte in ihrem Handy, Smartphone oder der Digitalkamera in Verwendung. SD Memory Cards gibt es in verschiedenen Standards:

  • SD mit Kapazitäten von 8 MB bis 2 GB, "SD Karte" wird aber häufig als Sammelbegriff auch für die anderen Standards verwendet
  • SDHC (SD 2.0) mit Kapazitäten von 4 GB bis 32 GB
  • SDXC (SD 3.0) mit 48 GB bis max. 2 TB (2048 GB)

Zudem gibt es unterschiedliche Bauformen:

  • SD
  • miniSD
  • microSD

Der Raspberry Pi kann mit SD- und SDHC-Karten umgehen. MiniSD- und microSD-Karten können mit einem Adapter auf SD in dem SD-Slot des Raspberry Pi verwendet werden.

SDHC-Karten werden zudem in unterschiedliche Geschwindigkeitsklassen aufgeteilt. Diese legen die minimale Schreibgeschwidnigkeit (!) der Karte an, da dies für Digitalkameras das ausschlaggebende Kriterium ist:

  • Class 2: 2 MB/s
  • Class 4: 4 MB/s
  • Class 6: 6 MB/s
  • Class 10: 10 MB/s

Die Lesegeschwindigkeit kann man nicht direkt aus der Geschwindigkeitsklasse ermitteln. In der Regel liegen sie deutlich über der minimalen Schreibgeschwindigkeit und höherklassig eingestufte SD-Karten erzielen in der Regel auch höhere Lesegeschwindigkeiten als niederklassige. So erreicht meine SanDisk Ultra 4 Gb / Class 4 z.B. eine Lesegeschwindigkeit von rund 19 MB/s und eine Schreibgeschwindigkeit von rund 13 MB/s:

SanDisk Ultra 4GB Class 4 mit CrystalDiskMark 3.01 gemessen

Schaut man sich heute online und im Fachmarkt um, findet man meist nur noch SD-Karten mit Kapazitäten ab 2 GB ab Class 4. Die bisher veröffentlichten Betriebssystem-Images setzen zudem eine 2 GB große Karte voraus und enthalten entsprechend große Partitionen. 2 GB sollte demnach die geringste Kapazität sein, die man beim Kauf wählt. Größere Karten bieten Platz für zusätzliche oder vergrößerte Partitionen. Es spricht aber auch nichts dagegen die SD-Karte nur für das Booten des Basissystems zu nutzen und alle übrigen Daten auf einem über USB oder Netzwerk verbundenen Datenträger abzulegen.

Vorsicht (nicht nur) bei Class 10 SD-Karten im Raspberry Pi!

Nicht alle SD-Karten funktionieren im Raspberry Pi. Der eingesetzte Broadcom Chip hat derzeit Probleme mit SD und MicroSD-Karten aus den allerneusten Herstellungsprozessen. Diese Prozesse werden vornehmlich, aber nicht ausschließlich bei Class 10 Karten eingesetzt. Teilweise ist es sogar so, dass das gleiche Kartenmodell eines Herstellers aus einer älteren Charge funktioniert und aus einer neueren nicht, da zwischenzeitlich auf einen neuren Prozess gewechselt wurde. Von außen kann man dies der Karte leider nicht ansehen oder ablesen.

Wer halbwegs sicher gehen möchte, sollte Class 10 Karten, vor allem solche mit mehr als 16 GB Kapazität und mehr, meiden. Aber auch bei Class 8 und vereinzelt Class 6 Karten wurden schon Probleme gemeldet. Schaut man sich nach den ersten paar tausend ausgeliferten Pis aber mal die Reaktionen in Presse und Foren an, scheinen solche Problemfälle glücklicherweise nicht die Regel zu sein. Ob das Problem per Firmware-Update behoben werden kann ist zur Zeit noch nicht klar und wird von Broadcom untersucht.

Vgl. auch: Warum funktioniert meine SD-Karte nicht am Raspberry Pi?

SD-Karten mit integriertem WiFi

Mittlerweile gibt es auch SDHC-Karten mit integriertem WLAN-Adapter, wie z.B. die SanDisk Eye-Fi*. Diese können als Speicherkarten verwendet werden, der integrierte WLAN-Adapter benötigt aber separate Treiber-Unterstützung für das System. Sobald hier Erfahrungen vorliegen, werden wir diese ergänzen.

Liste kompatibler SD-Karten

Die folgende (unvollständige) Liste gibt einen Überblick über mit dem Raspberry Pi kompatible SD-Karten. Aus o.g. Gründen können zukünftig auch Karten dieser Liste aus neueren Produktionszyklen inkompatibel werden. Wer eine weitere Karte erfolgreich in Betrieb genommen hat, kann gerne einen Kommentar hinterlassen und wir nehmen diese in die Liste auf:

 

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28 Kommentare

Erfahrung mit Kingston SD 2,0

Erfahrung mit Kingston SD 2,0 GB:

Lief mit "wheeze" einwandfrei.

Läuft mit "raspbian" nicht. Fehlermeldungen:

- error -110 whilst initialising SD-Card

- problem reading SD Status register

Ist das wohl ein SD-Kartenproblem oder ist bei der Installation von "raspbian" etwas schief gelaufen?

Eine SanDisk SDHC-Card 8 Gb, Class 4 läuft mit Debian 6 einwandfrei.

Gruß

treasoner

 

 

Platinum Secure DigitalCard HC 8GB Class 6

Die Karte

Platinum Secure DigitalCard HC 8GB Class 6

lief bei mir sofort ohne Probleme mit dem wheezy-Image vom 8.8.2012. Allerdings musste ich das Image auf einem Linux-Rechner auf die Karte spielen, mit den Windows-Tools ging es zwar, aber aus irgendeinem Grund war die Information der Partitiontable falsch. Aber das lag nicht an der Karte.

Damit es keine Verwechslungen gibt, hier die Artikelnummer bei Reichelt (nein, ich bin kein Mitarbeiter von Reichelt und bekomme auch keine Provisionen):

"PLATINUM SDHC8G"

Der Link ist: http://www.reichelt.de/SD-Karten/PLATINUM-SDHC8G/3/index.html?;ACTION=3;LA=446;ARTICLE=81352;GROUPID=4800;artnr=PLATINUM+SDHC8G

SD Karten

Hab die SDHC-Karte ExtremeMemory 16GB (Class 10) mit RaspBMC getestet:

-Raspberry Pi Rev.1 -> läuft

-Raspberry Pi Rev.2 -> läuft nach der Installation nicht mehr!?!.

 

Gruß

Joe

 

SDHC 8GB ScanDisk ( 95MB/s )

hallo zusammen

hab heute erfolgreich die Extrem Plus SDHC UHS-I Card von SanDisk 8GB (95MB/s) Class 10 mit Weezy in betrieb genommen.

Hinweis: ISO´s sollten 7GB nicht überschreiten. karte weist erstaunlich wenig speicherplatz auf ~7GB. Habe probleme gehabt ein ISO einer älteren SD ScanDisk 8GB draufzubekommen dieses war ca. 7,5 GB gross und passte somit nicht drauf. 

 

Panasonic RP-SDRB16G

Diese nagelneue 16GB-Karte mit Class 10 und einer angegebenen Lesegeschwindigkeit von 20 MB/s funktioniert einwandfrei (im Pi Rev. 2). Die Karte soll "Long Lasting" sein, da mit MLC-Technik ausgerüstet. Konkrete Angaben über Wiederbeschreibzyklen werden allerdings nicht gemacht.

Eine steinalte Panasonic RP-SDM02G mit Class 4 und angeblichen 5 MB/s funktioniert auch, sonst könnte ich gerade hier nicht schreiben. 

SD-Karten

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Nichterkennen einer SD-Karte mit den Kontakten des SD-Karteneinschubs zusammenhängt. Nachdem ich die SD-Karte mit etwas Tesafilm "verdickt" habe, wurde die SD-Karte sofort erkannt. 

Weiterhin viel Spass 

Interessanter Effekt mit einer Samsung Class10 16GB MicroSDHC

Hab mir wegen BerryBoot diese Karte geholt, weil ich Class 10 wollte und nix anderes da war (und nein, ich hatte diese Seite hier vorher nicht gelesen ;-)

Zunächst wurde sie nicht erkannt, dann doch (nach dem Formatieren mit SD Formatter 4).

BerryBoot mit Memcheck hat grad noch funktioniert, aber andere Distries machen Stress. Es scheint als hätte der PI Probleme mit Schreiboperationen auf der Karte, je nach Kernel. BerryBoot hatte offenbar keine. Ich hab aber nicht alle verfügbaren Distris getestet, aber nebenher auch Raspbian (ohne Berryboot), und das lädt zwar den Kernel, aber wenns ans Schreiben geht dann hagelts Fehler.

 

Grüsse,

Phil

"Trolle passieren mich in Planck-Entfernung am reziproken Ende meiner Speiseröhre."

...und noch eine schwächelt... oder isses die Versaftung?

(Eigentlich geht der Beitrag am Thema 'SD-Karten' schon fast vorbei, wie ich beim Sichten der Vorschau gestehen muss...)

Meine Standardkarte ist eine Class4 von Samsung. Hat tadellos funktioniert. Nun hab ich heute eine externe HDD in Betrieb genommen (komisch nur, dass der PI beim dranstecken rebootet hat...). Die HDD wird über ein Hub zusätzlich verstromt, will kein Risiko eingehen (trotz 1000mA-Netzteil), wobei das Hub nicht am PI hängt, da steckt nur der Zweitstecker meines HDD-USB-Kabels drauf. Ist ein USB3-Hub und sollte das daher eigentlich packen.

Nach ein paar Stunden machte Raspbian Stress auf der Startpartition (VFAT) und remountete sie RO.

Die Karte mit HD Tune geprüft (unter Wintendo), kein Fehler. Nun könnte es natürlich sein, dass mein PI trotz allem unter Strommangel leidet, weil der Auslöser eine Verzögerung beim Schreiben war und daraufhin der Kernel nur noch geschimpft hat wie ein Rohrspatz (wegen fehlgeschlagener Journal-Commits, allerdings kann ich nur vermuten, auf welchem der beiden möglichen Mountpoints, Karte oder Platte). Schreiben kostet bei SD-Karten mehr Saft als lesen, bin ich der Meinung.

Da ich währenddessen etliche GB über den Netzadapter auf die Platte geschoben habe, war mein PI schon gut beschäftigt (auch die CPU, weil ich nebenher mit aptitude-curses herumgespielt habe, Stresstest halt).

Insgesamt alles sehr mysteriös. Ich hab keine rechte Idee, wie ich das Netztei durchmessen kann. Ich baue jetzt alles nochmal zusammen und mache einen neuen Versuch. Kann mein PI womöglich fehlerhaft sein? Mer waas es nedd...

Ach so, ja... übertaktet habe ich ihn nicht, das würde noch mehr Strom kosten, und ich will ja nen sparsamen Server.

Wenns nochmal rappelt dann probier ich mal das Netzteil meines Nexus7, das macht 2000mA - wenn das nicht reicht...

Grüsse,

Phil

"Trolle passieren mich in Planck-Entfernung am reziproken Ende meiner Speiseröhre."