So langsam kommt auch in den Büchermarkt Bewegung in Sachen Raspberry Pi. Sein Mit-Erfinder Eben Upton selbst schreibt seit einiger Zeit mit Gareth Halfacree am "Raspberry Pi User Guide"*.
So lautet der übersetzte Titel von Medienforscher Douglas Rushkoffs Buch, Program or Be Programmed*. Es ist auch ein Zitat, das uns häufiger im Zusammenhang mit dem Raspberry Pi begegnet, denn es fasst kurz und prägnant die Motivation für das Projekt zusammen.
Am 29. Feburar sind viele von uns früher aufgestanden, haben am Internet gehangen und lange Gesichter gemacht, als die ersten möglichen Vorbestellungen die Technik in die Knie zwangen. Mittlerweile ist die Massenproduktion längst im Gange und es gab so viele Vorbestellungen, dass noch immer nicht alle versorgt sind. Die Wartezeit haben manche im Real Life verbracht, andere haben ihrem Ärger und Frust in Blogs und Foren freien Lauf gelassen.
RISC OS, das war das erste Betriebssystem das je auf einem ARM-Prozessor lief. Damals kam alles noch aus einer Hand, Prozessor und Betriebssystem, verbaut in den Acorn Home-Computern. Das System ist mittlerweile Open Source und einige Entwickler sind daran die notwendigen Anpassungen und Treiber zu entwickeln, um es für den Raspberry Pi fertig zu bekommen. Aktuell ist es nicht mehr als ein Minimalsystem ohne Support im Prä-Alpha-Status.
Mit der Betaversion des kommenden Debian-Releases Version 7, Codename "Wheezy", ist der Pi wieder am Puls der Zeit. Das Image ist vom 18. Juni und soll vor allem dazu dienen Fehler zu entdecken und zu beheben, um das stabile Release zu ermöglichen, aber auch um behobene Fehler auf die Vorgängerversion zurück zu portieren.
Die Media Center Distribution Raspbmc für den Raspberry Pi hat nach der Beta-Phase nun ihren ersten Release Candidate veröffentlicht. Dank der tatkräftigen Hilfe von freiwilligen Beta-Testern konnten eine Reihe von Fehlern und Problemen beseitigt werden. So benötigt Raspbmc nun weniger CPU-Leistung im Leerlauf, läuft stabiler und aus einem kleineren Root-Dateisystem heraus, startet im Falle eines Crashs selbständig neu, u.v.a.m.
Man merkt am Verkehr (nicht nur) im offiziellen Forum, sondern auch hier und gerade auf Twitter, dass vermehrt Raspberry Pis ihren Weg zu den Bestellern finden. Allein Farnell hat bereits über 40.000 Stück ausgeliefert. So verwundert es auch nicht, dass der Raspberry Pi Tracker bereits die Standorte von mehr als 3000 Pis weltweit anzeigt.
Wer einen Drucker und Karton hat, kann sich mal an "The Punnet" probieren, einem Raspberry Pi Gehäuse zum ausdrucken und ausschneiden. Das passende PDF ist derzeit noch alpha, da der Konstrukteur "E" (echter Name der Redaktion nicht bekannt) noch keinen Raspberry Pi zum testen hat. Die Idee ist aber sehr nett. Erste Tester berichten, dass der Ethernet-Port und die Audio-Anschlüssel womöglich 1-2 mm versetzt werden müssen.
Mit der RaspBox bringt die kleine Schweizer Elektronikfirma Yoctopuce ein transparentes Raspberry-Pi-Gehäuse auf den Markt. Wie in einem Sandwich steckt hier der Pi zwischen zwei Acrylglasscheiben, die mit acht Schrauben befestigt werden, während das Board selbst mit Acryl-Haltern in Position gehalten wird. So erhält man den visuell spröden technokratischen Charme des Pi und hat dennoch seitlich Zugang zu allen Anschlüssen, hat alle LEDs im Blick und kann womöglich gar die GPIOs via Stecker und Flachbandkabel nutzen.
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